Grober Verlauf der Heerstraße

Die Aachen-Frankfurter Heerstraße ist eine der wichtigsten Fernstraßen im Mittelalter. Sie führt von Aachen aus über Würselen, Düren durch die Eifel nach Sinzig am Rhein, um von dort aus auf Römerstraßen nach 252 km Frankfurt zu erreichen.

Europarat

Die Heerstraße wird als Teil der Via Regia angesehen, eine Europa-übergreifende Heerstraße, die vom Europarat als Kulturroute anerkannt ist.

 

Politische Bedeutung

Ihre Bedeutung ist zunächst politisch. Das Frankenreich Karls des Großen hatte keine Hauptstadt im heutigen Sinne. Eine schnelle Verbindung zwischen den Pfalzen war wichtig, um die Herrschaftsaufgaben vor Ort wahrzunehmen. Nur so konnte sie ihren Machtanspruch durchsetzen.

 Die Straße verband Frankfurt, als Ort der Königs- oder Kaiserwahl, seit 936 mit Aachen, dem Ort der Krönung. Ungefähr 30 Könige und Kaiser reisten auf diesem Weg nach Aachen. Die Aachen-Frankfurter Heerstraße wird deshalb häufig auch Krönungsstraße oder Königsstraße genannt.

Kaiser Barbarossa in Würselen

Friedrich I., 1122 – 1190, auch bekannt als Friedrich Barbarossa, war der Heilige Römische Kaiser vom 2. Januar 1155 bis zu seinem Tod. Am 4. März 1152 wurde er in Frankfurt zum König von Deutschland gewählt und am 9. März 1152 in Aachen gekrönt. Also reiste er vermutlich am 8. März 1152 durch Würselen.

Bedeutung als Handelsweg

Die Aachen-Frankfurter Heerstraße war auch ein bedeutender Handelsweg. Als Fernhandelsroute verband sie die Handelsmetropolen in Flandern mit denen in Frankfurt. Es hat sicher die Nutzung dieser Straße gefördert, dass sie eine Durchreise durch Köln und die damit verbundenen Zölle vermied.

Bedeutung als Pilgerstraße

Nach der Heiligsprechung Karls des Großen auf Veranlassung Friedrich Barbarossas 1165 wurde für die Gebeine des Kaisers ein goldener Schrein gefertigt, der heute noch im Dom zu Aachen steht. Die Karlsverehrung und die zahlreichen Reliquien zogen in den folgenden Jahrhunderten große Pilgerscharen nach Aachen, die aus der Mitte des Reiches die Aachen-Frankfurter Heerstraßen benutzten. Deshalb finden sich häufig Kapellen und Wegkreuze an ihrem Weg.

Der Verlauf in Würselen

Die Aachen-Frankfurter Heerstraße erreicht am ‚Alter Kaninsberg‘ Würselener Stadtgebiet. Der weitere Verlauf der Heerstraße vom Kaninsberg über Weiden bis Vorweiden ist gesichert bekannt und ist in der folgenden Karte nach den Angaben von Günter Breuer, Geschichtswerkstatt Würselen, als roter Streckenverlauf eingetragen. Das Wort ‚Kaninsberg‘ hat nach Breuer eigentlich die Bedeutung ‚Königsberg‘ und leitet sich nicht etwa von ‚Kaninchen‘ ab.

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Aachen-Frankfurter Heerstraße in Würselen
Hintergrundkarte Openstreetmap (Nutzungserlaubnis)

Ein gesicherter Teil der Heerstraße ist das Bodendenkmal B 3 der Stadt Würselen, türkis eingetragen. Es ist eine längliche Bodenabsenkung, die zeigt, dass die Heerstraße in diesem Bereich ein Hohlweg war. Hohlwege entstehen in ‚weichem‘ Gelände durch das ständige Befahren mit schweren Fuhrwerken.

Bodendenkmal B3 der Stadt Würselen

Abschnitt der Aachen-Frankfurter Heerstraße als Bodendenkmal

Der in Magenta dargestellte Verlauf ist nicht gesichert. Er kann aus Satellitenbildern vermutet werden, auf denen sich die Heerstraße durch eine leicht abweichende Boden-Farbigkeit abzeichnet.

Anmerkung

Auf der Satellitenaufnahme des Kartenwerks ‚arcGIS Online‘ sind die Spuren erkennbar. Man kann dieses Kartenwerk mit Hilfe der java-Software ‚RoutConverter 2.26, (https://www.routeconverter.de) anzeigen. Leider hat webWürselen nicht die Berechtigung, eine Kopie dieses Kartenausschnitts hier zu präsentieren.

Der Verlauf bis St. Jöris der Aachen-Frankfurter Heerstraße ist vermutlich der hier grün wiedergegebene Abschnitt. Er ist Teil des Wegesystems, das noch auf der Uraufnahme 1836-1850 eingezeichnet ist.